Rock´n´Roll mit Peter

Rock´n´Roll mit Peter

„Hallo Frau Otto, so früh am Morgen schon Rock ´n´Roll?“, begrüßt mich die freundliche Männerstimme am anderen Ende der Leitung. Ich bin ausnahmsweise mal spontan-schlagfertig und antworte: „Ich hab ein kleines Kind, bei mir beginnt der Rock´n´Roll schon vor um sieben“.

Es ist Freitagmorgen um 9.45 Uhr. Das heißt, ich habe fast schon wieder Mittagspause. Vorher jedoch habe ich ein kleines aber feines Telefoninterview. Mit dem Peter. Natürlich spreche ich ihn nicht mit Peter an, sondern mit „Herr Maffay“. Und befrage ihn zu seiner neuen EXTRATOUR, mit der er in wenigen Tagen, am 6. Juni,  auch in Leipzig vorm Völkerschlachtdenkmal zugegen sein wird.

Er freue sich auf Leipzig, so wie er sich auf die gesamte Tour freue. „Wegen der Menschen. Das ist immer wieder ein Abenteuer, kein Tag ist wie der andere“, erzählt Peter. Erst im vergangenen November war Maffay mit „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“, dem letzten Teil der Rockoper um den kleinen Drachen, für ein ganzes Wochenende in Leipzig, spielte fünf Shows vor 35000 Menschen. Damit habe er offenbar „Sandkastenstimmung“ verbreitet, nicht nur im Publikum, sondern auch bei den wechselnden musikalischen Gästen, wie Helene Fischer, Udo Lindenberg oder Laith Al-Deen. Und weil er letzteren für einen „Mördersänger“ hält, hat er ihn eingeladen, mit ihm zusammen auf Tour zu gehen. So bekommt Al-Deen, der dem geneigten Radiohörer vor allem durch „Bilder von dir“ ein Begriff ist, einen eigenen Block während des Konzert. „Sonst stehe ich Schreihals immer da vorn. Nun kann ich auch einmal zurück in die zweite Reihe treten“, erzählt mir der Peter also ganz locker am Telefon. Bevor mein Zeit-Limit vorbei ist, stelle ich ihm noch schnell eine Frage mit regionalem Bezug. Ob er denn vorhabe, auf das Völkerschlachtdenkmal zu klettern, wenn er denn schon einmal da sei. „Nun, das kommt ganz auf unseren Zeitplan an“, sagt er und fügt hinzu: „Es ist jedoch schon ein einzigartiges Erlebnis, an so einem denkwürdigen Ort zu spielen.“

Wir verabschieden uns freundlich, legen auf. Das war er also, der Peter.

Einige Tage später bekomme ich eine E-Mail mit mir unbekanntem Absender. „Brief“ steht nur in der Betreffzeile. Ich öffne den Anhang und lese:

Peder

Ich bin ernsthaft überrascht. So etwas ist mir ehrlich gesagt in meiner gesamten Zeit als Schreiberling noch nie passiert. „Vielleicht ist es nur ein PR-Gag?“, geht es mir durch den Kopf. „Oder ein vorsichtiges, indirektes Nachfragen, wann denn der Bericht endlich zu lesen sein wird?“ Wie dem auch sei – ich habe beschlossen, mich darüber zu freuen. Auch Journalisten haben mal positives Feedback verdient. Und in jedem Fall ist es eines: eine nette Geste.

PS: Den Vorbericht zur Tour mit Interview-Supplement gibt´s heute im SachsenSonntag. Nächste Woche erfahren die Leser dann sowohl hier als auch da, ob Peter am Völki ordentlich Rock ´n´Roll gemacht hat. Zwar nicht früh um sieben. Dafür aber  live und laut.

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