Nachtmonolog

Tja. Nun lieg ich hier. Es ist drei Uhr. NATÜRLICH ist es Nacht. NATÜRLICH ist das Schlafenszeit. Finde ich. Findet Lenchen nicht. Da! Da war es schon wieder. Das Geräusch, das mich eben aus meinem eh schon überempfindlich leichten Mutterschlaf gerissen hat. Ein herzhaftes Gähnen! So fängt es immer an. Brrrrrrrrrrrrrrr! Tönt es wenige Minuten später. Ich reagier gar nicht! Ignorieren, hab ich mir geschworen! Dieses Mal werde ich mich einfach umdrehen und überhaupt keine Notiz von diesem Schauspiel nehmen. „Huiiiiiiiiiiiiiiiijaa!“ macht´s und strampelts. „Hujaaaaaaaa ha!“ Um das Schnarchen auf der anderen Seite neben mir nicht zu unterbrechen, gebe ich nach – wie jede Nacht – und hebe den kleinen Störenfried über unsere Begrenzung hinweg auf meine Seite des Bettes. Welch Freude strahlt mir aus großen Knopfaugen entgegen, begleitet von einem Jauchzer und erneutem Strampeln. Ich umarme die kleine Wuselbiene, halte ihre Füße fest und atme betont ruhig – ja ich stelle mich schlafend! Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen – uff! Eines ihrer Füßchen konnte sich befreien und  landete umgehend in meinem Bauch. Der andere tut´s ihm nach. Wieder erfreutes Juchzen! Nach dem fünften Tritt erkläre ich das Experiment „Mit Kuscheln zum Schlaf“ als gescheitert und lege den Unruhegeist zurück ins eigene Bettchen. Protestgebrabbel macht sich breit! „Dann gib ihr doch was“ brummelt es zwischen zwei Schnarchern links neben mir. „Es gab vor 20 Minuten was“ zische ich zurück, doch der Adressat hat sich schon wieder in seine Träume zurückgerettet und hört mich gar nicht mehr.

Ich hab mir inzwischen wieder mal Ignoranz geschworen und mich demonstrativ umgedreht. Der Protest schwillt an und droht in zusammenhängendes Beschwerde-Greinen überzugehen. „Wenigstens Händchenhalten!“, bettelt es. Also gut! Die Müdigkeit scheint durch meine Hände in kleine Händchen überzugehen und zeigt sich erneut durch herzhaftes Gegähne. Doch noch will sich Lenchen nicht in dieser Schlacht geschlagen geben und wehrt sich noch mit Händchen und Füßchen gegen den Schlaf, dreht sich hin und dreht sich her und schleudert jedes Mal ihren kleinen Schlenker-Hasen mit sich herum. Doch irgendwann wird es wieder ruhiger im Schlafzimmer, wir beide lauschen offenbar gebannt dem Schnarchen links neben mir. Und im Einschlafen schwöre ich mir! Nächste Nacht bleibe ich standhaft. DANN ignorier ich sie! Wirklich!

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